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Gegendarstellung zum Beitrag bezugnehmend auf den Artikel FW vom 26.02.2024

Die Entscheider der Stadt Suhl unternehmen einen Versuch der Rechtfertigung…

Liebe StadträtInnen, liebe Stadtverwaltung,

die Aussage das es keine Kürzungen in der Kinder- und Jugendarbeit geben soll ist schlichtweg falsch, um dies mit Ihren Worten zu sagen. Die Gelder, welche eingespart und teilweise in die Schulsozialarbeit um verlagert werden, fehlen somit in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und erfordern hier schon ab 2025 die Schließungen von 3 Kinder und Jugendeinrichtungen, das heißt weniger Präventions- und Bildungsangebote, auch in Schule. Denn diese Leistungen werden von den offenen Einrichtungen erbracht. (WEG) Auch Personalentlassungen sind hieraus resultierend schon aktuell die Folge. Das in den vergangenen Jahren Gelder übrig waren resultiert daraus, dass offene Schulsozialarbeiterstellen auf Grund von Personalmangel nicht besetzt werden konnten. Hier entschieden sich Bewerber oftmals gegen die Stadt Suhl, da hier die pädagogische Arbeit ein immerwährender Kampf ist. Laut Aussage der Bewerber sind die Arbeitsbedingungen und Voraussetzungen für die nachhaltige Arbeit von Fachkräften in anderen Städten vorteilhafter.

Wir wissen um was es bei den Kürzungen geht! Im Jugendhilfeausschuss wurden die Mindeststandards beschlossen, Allerdings haben die meisten Fraktionen gegen eine Steigerung über 2,5 Prozent ab 2026 gestimmt, weshalb es nicht möglich sein wird, die beschlossenen Mindeststandards zu halten. Die Planungsgruppe Jugendsozialarbeit hat im letzten Jugendhilfeausschuss genau diese Bedenken geäußert und erläutert. Diese wurden allerdings ignoriert. Trotz der steigenden Bedarfe, die eindeutig aus dem Jugendhilfeatlas der Stadt Suhl hervorgehen, haben sich die Träger mit den drastischen Kürzungen für 2025 abgefunden.

Die festgeschriebene Million reicht allerdings nicht bis 2029 aus, um noch vorhandene und steigende Personal- und Sachkosten zu deckeln. Uns geht es jetzt einfach nur noch um die Absicherung der verbleibenden Mindeststandards. Ohne die zusätzliche Steigerung von 2,5 Prozent, werden jedes Jahr weitere zusätzliche Personalstellen gekürzt werden und bis Ende 2029 wird eine weitere offene Jugendeinrichtung schließen muss. Und das ist definitiv so.

Wir, die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Eltern werden die gesamten Kürzungen spüren.

Die Aussage, dass über Schulsozialarbeit mehr Kinder als in der offenen Kinder- und Jugendarbeit erreicht werden, ist auch schlichtweg falsch. In unserer offenen Einrichtung erreichen wir täglich mindestens 50 Kinder und Jugendliche, oft aber viel mehr. Das ist in Schulsozialarbeit nicht zu schaffen. Die Arbeit der Pädagogen in den Jugendtreffs ist das Rückgrat der Schulsozialarbeit. Die offenen Treffs sind Bindeglied zwischen Schule und Familie. Wir sehen in unserer täglichen Arbeit, als Träger mit eigenen Schulsozialarbeitern an 6 Schulen, dass der Bedarf an Schulsozialarbeit bei allen Schulformen gestiegen ist. Aber eben auch nicht nur in der Schulsozialarbeit. Die Probleme hören nach der Schule nicht auf. Unsere Kinder und Jugendlichen weisen immer mehr multiple Problemlagen auf, sei es familiär oder gesellschaftlich. Diese Probleme führen dazu, dass Lehrer und Erzieher zunehmend Unterstützung von Sozialarbeitern und Pädagogen zur Lösung der verschiedensten Probleme in Schule benötigen, um überhaupt unterrichten zu können. Wenn Schulsozialarbeit endet, betreuen und begleiten unter anderem die Fachkräfte der Jugendtreffs die Einzelfälle nach der Schule. Die Fachkräfte der offenen Kinder- und Jugendarbeit führen die angefangene Arbeit der Schulsozialarbeiter, in Kooperation mit diesen, während und nach der Schule weiter. Wir sozialisieren, integrieren, betreuen, vermitteln, sind Ansprechpartner für eben diese Schüler und Eltern. Wer kümmert sich dann, wenn die Schule zu Ende ist?
Wir glauben, einige Stadträte wissen nach all den Sitzungen immer noch nicht, welche Leistungen in der Kinder- und Jugendarbeit von pädagogischen Fachkräften erbracht werden. Stattdessen versuchen sie die Vereine mit unterschiedlichsten Leistungen gegeneinander auszuspielen. Jeder Freizeit- Sportverein, die Jugendfeuerwehr und die Musikschule in Suhl leisten hervorragende Arbeit, haben ihre Berechtigung und sollten viel mehr Unterstützung von ihrer Stadt bekommen. Egal in welcher Stadt.

Diese Leistungen und auch der Auftrag unterscheiden sich aber eben von denen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Wir, der Freizeittreff Auszeit, sind unter anderem für die Präventionsarbeit der Stadt Suhl, für die Kinder und Jugendlichen verantwortlich. Wir haben zu unseren vermittelnden, bildenden, begleitenden und unterstützenden Maßnahmen zusätzlich momentan einen jährlichen Besucherdurchlauf von ca.8500 Kindern und Jugendlichen. Diesen Kindern und Jugendlichen stehen wir täglich Rede und Antwort zu allen Fragen rund ums Überleben. Wir sind täglich Lebensretter, Seelentröster, Freund, Ausbilder, Aufklärer, Lehrer, Erzieher, Spielkamerad, Mutter- und Vaterersatz, Rettungssanitäter usw. UND dass ALLES, oft auch GLEICHZEITIG. Wir unterstützen Alleinziehende und Familien bei Ämter- und Behördengängen, führen Kompetenztrainings und verschiedenste Präventionsangebote, im Auftrag der Stadt Suhl, an allen Schulen in Suhl durch. Wir wenden durch unsere Arbeit Kindeswohlgefährdungen ab. Wir organisieren und führen Veranstaltungen und politische Bildung für Kinder und Jugendliche durch.
Wer kümmert sich, wenn die Schule zu Ende ist?

Wo bekommen die 30 Kinder ein kostenfreies Mittagessen, welches diese Dienstag bis Freitag in unserem offenen Jugendtreff „Auszeit“ einnehmen.

Der Mittagstisch wird bereits über unseren Sponsor „Children mit Kindern – für Kinder“ finanziert.

Wir betreuen jährlich 150 Kindern während unserer Ferienlager und Ferienangebote und oder bieten und ermöglichen Ihnen durch Ferienspielangebote Ihre Lebenswelt zu entdecken und zu erweitern. Auch das wird zum Großteil von unserem Sponsor finanziert.
Ihr spart nicht nur an der Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen, ihr spart auch an der Zukunft der Stadt. Es geht hier nicht nur um Zahlen, sondern um Menschen! Es geht um unsere Kinder und Jugendlichen!!!!!

 

 

 

 

 

 

Jugend verändert Suhl (@jugend.veraendert.suhl) • Instagram-Fotos und -Videos

 

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